Quantitäts-Kontrast

Dieser Kontrast beruht auf der unterschiedlichen Wirkung einzelner Farben. Abgesehen davon, dass helle, reine, gesättigte Farben mehr Aufmerksamkeit auf sich lenken als gebrochene und stumpfeTöne, zeigen die einzelnen Farben unterschiedliche Dominanz im Bild. Gelb zum Beispiel scheint sich im Bild förmlich auszubreiten, während Violett viel größere Flächenanteile braucht, um zur selben Wirkung zu kommen.

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  Praxisbeispiel:   Komposition
        Tonrelief
        Urwaldpflanze
        Schmutzgeist

Der Quantitäts-Kontrast bezieht sich auf das Größenverhältnis von zwei oder mehreren Farbflecken. Er ist also der Gegensatz viel und wenig oder groß und klein.
Farben können in beliebigen Fleckengrößen zueinander komponiert werden. Wir müssen uns aber fragen, welches jenes Größenverhältnis zwischen zwei oder mehreren Farben ist, von dem wir sagen können, dass es gleichgewichtig ist, dass keine der verwendeten Farben mehr hervortritt als die andere. Zwei Faktoren bestimmen die Wirkungskraft einer Farbe. Erstens ihre Leuchtkraft und zweitens ihre Fleckengröße. Um die Leucht- oder Lichtstärke, den sogenannten Lichtwert, abschätzen zu können, müssen wir die reinen Farben vor einem mittelhellen, neutralgrauen Grund miteinander vergleichen. Wir werden feststellen, dass die Wirkungsintensitäten oder Lichtwerte der einzelnen Farben verschieden sind.
Goethe hat für diese Lichtwerte die einfachsten und für uns brauchbarsten Zahlenverhältnisse aufgestellt. Diese Zahlen sind Annäherungswerte. Wer will aber genaue Zahlen festlegen, wenn die im Handel unter dem gleichen Namen käuflichen Farben der verschiedenen Farbfabriken die größten Unterschiede aufweisen? Am Schluss kann doch nur das Gefühl entscheiden. Außerdem sind in einern Bild die Farbflächen in ihrer Form sehr oft zerrissen und kompliziert, und es ist schwierig, sie auf einfache, messbare Zahlenverhältnisse festzulegen. Das Auge fühlt die Werte so gut, dass wir uns ihm anvertrauen können, vorausgesetzt, dass es entsprechend sensibilisiert ist. Goethes Lichtwerte sind folgende:
Gelb : Orange : Rot : Violett : Blau : Grün
verhalten sich wie 9:8:6:3:4:6
Wenn man in einer Farbkomposition andere Mengenverhältnisse als die harmonischen gibt, wenn also eine Farbe dominiert, erzielt man eine expressive Wirkung. Welche Quantitäten in einer expressiven Komposition zu wählen sind, müssen Thema, künstlerisches Gefühl und individueller Geschmack entscheiden. [...]

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