Hethiter

 

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Hethiter

Obwohl sich Hinweise auf die Hethiter schon in der Bibel finden, verblasst die Jahrhunderte die Erinnerung an das Großreich der Hethiter – eines Volkes und eine Kultur, deren Bedeutung man sich erst in jüngster Zeit wieder bewusst wird. Die Herrscher Ägyptens und Babyloniens betrachteten die Hethiter als gleichrangige Partner, das Reich im heutigen Anatolien sahen sie als dritte Großmacht, mit der sie sowohl diplomatische Kontakte und Handelsbeziehungen unterhielten als auch Vormachtkämpfe führten. Erst mit den Ausgrabungen türkischer und deutscher Archäologen im 20. Jahrhundert erhielt die hethitische Kultur wieder schärfere Konturen: große Stadtanlagen, beeindruckende Felsreliefs und über 30 000 Schrifttafeln aus den hethitischen Palästen geben heute – neben seltenen Objekten – genaueren Aufschluss. Als direkte Folge der unermüdlichen Forschungsarbeit wurde 1986 die hethitische Hauptstadt Hattusa, ca. 300 km östlich von Ankara gelegen und mit fast 2 km² eine der größten antiken Stadtanlagen der Welt. Von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Wie der hethitische Staat entstand

Der legendäre Staatsgründer hieß Labarna. Er war nur ein kleiner König in Anatolien und lebte in Hattusa. Aber er änderte vor seinen politischen Taten seinen Namen und dies war auch sein Programm: Labarna nahm als neuen Namen Hattusili an. Das bedeutet "der von Hattusa". Er ging als Hattusili I. (1565-1540 v.Chr.) in die Geschichte ein - als der Gründer des "Alten Reiches".

Was aber wollte Hattusili? Wie viele Kleinkönige träumte er sicher auch von einem "großen Reich". Im Gegensatz zu anderen, gelang ihm dies. Warum? Er selbst hat als Antwort die Götter angeführt. Genauer: der höchste Gott der Hethiter- der Wettergott - führte Hattusili persönlich über den Taurus, um diese Gebiete zu erobern.

Zunächst überrannte Hattusili viele Ort im zentralen Anatolien. Dann ging es - sozusagen Hand in Hand mit dem Wettergott - über den Taurus nach Süden.

Hattusili eroberte Aleppo (Halab) und nahm die Statue des dortigen Wettergottes mit nach Hattusa. Damit konnte er sich "großer König" nennen.

An diesem Beispiel sieht man gut, wie die Hethitern mit "eroberten Göttern" umgingen. Um die Macht der eigenen Götter zu zeigen, wurden die eroberten Götter nach Hattusa gebracht. Dort nahm man sie in den Pantheon der Götter auf. Deshalb werden die Hethiter heute gerne als "Volk der 1000 Götter" bezeichnet.

Doch zurück zu den Eroberungen Hattusilis. Bis zur Eroberung Aleppos kämpfte der hethitische König nur gegen andere Kleinkönige. Richtig schwierig sollte es dann im Raum Südostanatolien / Nordsyrien werden. Hier lebte das kriegerische Volk der Hurriter, die nicht so einfach überrannt werden konnte. Hattusilis führte viele Kriegszüge gegen die Hurriter, er konnte sie aber nicht erobert. Die Möglichkeiten seines kleinen Reiches waren erschöpft. Also gab Hattusili seine Eroberungen auf und sicherte damit das Erreichte, das sich durchaus sehen lassen konnte: es gab eine neue Großmacht im zentralen Anatolien: die Hethtiter.

Hattusili bestimmte Mursili (I.) zu seinem Nachfolger. Der ersehnte sich nichts anderes, als die Eroberungen seines Vorgängers fortzusetzen. Das gelang ihm in eindrucksvoller Weise. Mursili eroberte in den wenigen Jahren seiner Herrschaft (1540-1530 v.Chr.) nicht nur Nordsyrien, sondern auch das weit entfernte Babylon. Die Eroberung Babylons war wahrscheinlich gar nicht geplant. So kühn konnte der Herrscher eines so kleinen Volkes gar nicht sein. Aber die Gelegenheit war günstig. Die Nachfolger Hammurabis hatten Babylon derart wirtschaftlich und militärisch heruntergewirtschaftet, daß es den Hethiter ein Leichtes war, die ruhmreiche Stadt zu erobern.

Die Freude über diese geschichtsträchtige Tat war nur kurz. Mursili konnte Babylon nur kurz halten. Es kam zu einer Verschwörung gegen ihn. Mursili starb auf dem Höhepunkt seines Ruhmes durch Verrat aus der eigenen Familie.

Nach Mursilis Ermordung herrschte das absolute Chaos in Hattusa. Blutige Kämpfe innerhalb der königlichen Familie legten den jungen Staat lahm. Manche Eroberungen, wie Babylon, gingen verloren - für immer! Der Grund für diese mörderischen Zustände war: es gab nur eine anerkannte Thronfolgeregelung: der Stärkere setzt sich durch.

Das änderte sich erst mit der Thronbesteigung durch König Telipinu (um 1500 v.Chr.

 

Herrscher

Datum (vor Christus)

   

Annita (König, Großkönig)

um 1720

Hattusili I.

ca. 1565 - 1540

Mursili I.

ca. 1540 - 1530

Hantili I.

 

Zidata I.

 

Ammuna

 

Huzzija I.

 

Telibinu

um 1500

Tahuwaili

um 1485

Alluwamna

um 1480

Hantili II.

um 1465

Zidata II.

um 1450

Huzzija II.

um 1440

Muwattalli I.

um 1430

Tudhalija I.

ca. 1420 - 1400

Arnuwanda I.

ca. 1400 - 1375

Tudhalija II.

ca. 1375 - 1355

Suppiluliuma I.

ca. 1355 - 1320

Arnuwanda II.

ca. 1320 - 1318

Mursili II.

ca. 1318 - 1290

Muwatalli II.

ca. 1290 - 1272

Mursili III. (Urhitesuba)

ca. 1272 - 1265

Hattusili II.

ca. 1265 - 1240

Tudhalija III.

ca. 1240 - 1215

Arnuwanda III.

ab ca. 1215

Suppiluliuma II.

bis ca. 1190



 

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